Zum Inhalt springen

Ratgeber

Krankengymnastik als Hausbesuch – wann sie sinnvoll ist und was sie kostet

Krankengymnastik als Hausbesuch ist dann sinnvoll, wenn der Weg zur Praxis selbst zum Hindernis wird – nach einer Operation, nach einem Sturz, bei neurologischen Erkrankungen oder wenn Treppen und Wege zum Problem geworden sind. Fachlich ist es dieselbe Behandlung wie in der Praxis. Der Unterschied ist der Ort: Geübt wird an Ihrer Treppe, Ihrem Bett und Ihrem Bad – genau dort, wo die Bewegung später gebraucht wird.

„Krankengymnastik” und „Hausbesuch” werden oft in einem Atemzug gesucht, meistens von Angehörigen. Der Anlass ist fast immer derselbe: Jemand ist aus dem Krankenhaus zurück, soll weiterbehandelt werden – und käme zur Praxis nur mit fremder Hilfe.

Wann der Hausbesuch die richtige Entscheidung ist

Nicht jede Behandlung gehört nach Hause. Sinnvoll wird es in vier Situationen:

  • Nach einer Operation an Hüfte, Knie oder Wirbelsäule. Die ersten Wochen entscheiden über das Ergebnis, und genau dann ist Autofahren beschwerlich oder untersagt.
  • Nach einem Sturz. Wer einmal gestürzt ist, vermeidet Wege – und verliert dadurch weiter an Sicherheit. Diese Spirale bricht man am besten dort, wo gestürzt wurde.
  • Bei neurologischen Erkrankungen. Nach einem Schlaganfall, bei MS oder Parkinson geht es um Transfers, Gleichgewicht und Gehen. Alle drei sind ortsgebunden.
  • Wenn der Weg selbst das Hindernis ist. Zweiter Stock ohne Aufzug, Hanglage, kein Auto, keine Begleitung. Das ist kein Komfortthema, sondern der Grund, warum Behandlungen abbrechen.

Umgekehrt gilt: Wer selbst zur Praxis kommt und dort einen Gerätepark nutzen kann, ist dort oft besser aufgehoben. Wir sagen das auch, wenn wir gefragt werden.

Was zu Hause anders läuft

Der fachliche Inhalt ist derselbe – dieselben Verfahren, dieselbe Ausbildung. Was sich ändert, ist das Übungsmaterial.

In der Praxis üben Sie Treppensteigen an einer Übungstreppe mit drei Stufen und Handlauf auf beiden Seiten. Zu Hause haben Sie vierzehn Stufen, einen Handlauf rechts, eine Kurve und eine Tasche in der Hand. Beides ist Training. Nur eines davon ist die Treppe, die Sie danach täglich nehmen.

Dasselbe gilt für den Transfer aus dem Bett, den Weg ins Bad und das Aufstehen aus dem Sessel. Der erste Termin ist deshalb bei uns auch eine Bestandsaufnahme der Wohnung – nicht aus Neugier, sondern weil sich daraus der Behandlungsplan ergibt.

Verordnung, Kasse, Privatpraxis – wo der Unterschied liegt

Hier entsteht die meiste Verwirrung, deshalb klar getrennt:

Gesetzlich versichert. Der Arzt muss den Hausbesuch auf der Verordnung ausdrücklich vermerken und begründen. Ohne diesen Vermerk gibt es keinen Hausbesuch zulasten der Kasse. Dazu kommt eine gesonderte Hausbesuchspauschale und – je nach Alter und Befreiung – die gesetzliche Zuzahlung.

Privat, Beihilfe, Selbstzahler. Hier entscheidet nicht das Formular, sondern die Situation. Mit einer privatärztlichen Verordnung erstattet die Versicherung in der Regel; ohne Verordnung ist eine Behandlung über den sektoralen Heilpraktiker möglich, sofern ein entsprechend qualifizierter Therapeut zur Verfügung steht.

Wir arbeiten ausschließlich in der zweiten Spalte. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern der Grund, warum wir pro Termin mindestens 40 Minuten einplanen können: Wer nicht im Kassentakt arbeitet, muss auch nicht im Kassentakt behandeln.

Was es kostet – und wie die Anfahrt auf der Rechnung auftaucht

Das hängt davon ab, auf welchem Weg abgerechnet wird. Beides ist üblich, und beides ist vorher kalkulierbar:

  • Kombinationspreis oder Selbstzahler-Tarif. Hier ist die Anfahrt eingerechnet, es kommt nichts obendrauf. Die Preise beginnen bei 144 € für 40 Minuten.
  • Abrechnung über ein Rezept nach GebüTh. Dann stehen Behandlung und Hausbesuch als getrennte Positionen auf der Rechnung – der Hausbesuch pauschal mit 40 €.

Fragen Sie vorab nach, welcher Weg in Ihrem Fall gilt; wir rechnen es Ihnen vorher durch. Die vollständige Übersicht steht auf der Preisseite.

Der zweite Punkt beim Vergleichen ist die Zeit. „45 Minuten” heißt bei manchen Anbietern 45 Minuten inklusive An- und Abfahrt. Fragen Sie nach der reinen Behandlungszeit – bei uns sind es mindestens 40 Minuten, die Fahrzeit geht davon nicht ab.

Wo wir Hausbesuche machen

Wir behandeln ausschließlich zu Hause – Praxisräume gibt es nicht. Unser Team wohnt über das Einzugsgebiet verteilt, deshalb erreichen wir auch Orte, die vom Sitz aus weit weg liegen:

Wenn Sie unsicher sind, ob wir Sie erreichen: kurz fragen. Sie bekommen eine ehrliche Antwort, auch wenn sie „nein” lautet.

Häufige Fragen dazu.

Ist Krankengymnastik zu Hause dasselbe wie in der Praxis?

Fachlich ja – es sind dieselben Verfahren und dieselbe Ausbildung dahinter. Der Unterschied ist der Ort und damit das Übungsmaterial: In der Praxis steht ein Gerätepark, zu Hause stehen Ihre Treppe, Ihr Bett, Ihr Bad und Ihr Sessel. Für Gangsicherheit, Transfers und Alltagsbewegungen ist das der realistischere Übungsplatz.

Brauche ich für einen Hausbesuch eine besondere Verordnung?

Bei gesetzlich Versicherten muss der Arzt den Hausbesuch auf der Verordnung ausdrücklich vermerken und begründen. Wir sind eine Privatpraxis und rechnen nicht mit den gesetzlichen Kassen ab – bei uns entscheidet nicht das Formular, sondern Ihre Situation. Mit privatärztlicher Verordnung erstattet Ihre Versicherung in der Regel.

Was kostet Krankengymnastik als Hausbesuch?

Das hängt vom Abrechnungsweg ab. In unseren Kombinationspreisen ist die Anfahrt enthalten. Rechnen wir über ein Rezept nach GebüTh ab, stehen Behandlung und Hausbesuch als getrennte Positionen auf der Rechnung – der Hausbesuch pauschal mit 40 €. Die vollständige Übersicht steht auf der Preisseite; fragen Sie vorab, dann rechnen wir es Ihnen durch.

Wie viel Platz brauche ich in der Wohnung?

Eine Liegemöglichkeit – Bett oder Sofa – und etwa zwei Quadratmeter freie Fläche. Eine Behandlungsliege ist nicht nötig. Enge Wohnungen sind kein Ausschlussgrund, im Gegenteil: Sie sind oft genau der Grund, dort zu üben.

Wie lange dauert ein Termin?

Wir planen mindestens 40 Minuten reine Behandlungszeit ein. Die Fahrzeit geht davon nicht ab – sie ist unser Aufwand, nicht Ihrer.

Frage offen geblieben? Kontaktieren Sie uns jetzt.

Sagen Sie uns kurz, worum es geht und wo Sie wohnen – wir melden uns mit einem Terminvorschlag. Ersttermine vergeben wir meist innerhalb einer Woche.

Kostenlos und unverbindlich Ersttermin meist in einer Woche
WhatsApp Anrufen Anfragen